Wow. Mike von T.O.P. hat wie ich finde den Nagel auf den Kopf getroffen:
“Maybe it’s just an old art-dawg* prejudice, but when I was coming up we thought that the people who had to master lots of techniques were pros, because pros have to provide what clients want—and that’s why pro work is supremely competent but seldom memorable. (And when pro work is memorable, it’s usually because the professional has dedicated a portion of his or her activity to working like an artist. For example, Avedon’s 8×10 portraits.)”
Er schreibt über Techniken – die man erlernt, dann verinnerlicht, und sie hinterher anwendet. Man muß nicht alle Techniken beherrschen, außer man ist ein Profi.
“I will say that when most amateurs assume they have to master all techniques to be a master of technique, they’re imitating professionals, not art photographers. Art photographers are more often deep masters of the particular technique they’ve chosen, and they let the rest go.”
Klar hilft es, wenn man Techniken beherrscht. Vor allem hilft es meiner Meinung nach aber wenn man lernt zu sehen, und anschließend erst überlegt was man eigentlich sagen will. Techniken sind das Alphabet und die Grammatik die man braucht um sich auszudrücken – egal ob in der Literatur, der Photographie oder in jeder anderen Kunst.
Man sollte die Regeln kennen und befolgen und sie erst dann bewußt brechen wenn man weiß was man damit bezweckt. Techniken sind gut; sie sind ein Werkzeug, mehr aber auch nicht. Wenn man als Musiker ein brillianter Techniker ist, aber das Gefühl oder das Vermögen sich auszudrücken oder auch nur die Idee was man eigentlich ausdrücken will fehlen – dann ist man ein Roboter, der genauso gut durch einen Sequencer ersetzt werden könnte.
Man sollte sich also darüber klar werden was man eigentlich sagen möchte. Und dazu muß man – wie ich finde – sehen lernen. Dies ist für mich einer der Gründe, weshalb ich die Photographie für mich wiederentdeckt hatte. Ich möchte sehen lernen. Am besten wäre es wenn ich anderen zeigen könnte was ich – um es mit Antoine de Saint-Exupéry auszudrücken – mit dem Herzen sehe.
Toller Artikel von Mike – unbedingt lesenwert.