Flickr Pro, Olympus Farben, Nachrichten etc.

Nach den Kollegen Basti und Markus hab nun auch ich meinen Flickr-Zugang zu einem “Pro Account” gemacht. Das ist kostenpflichtig, klar, aber ich habe keinen günstigeren Anbieter gefunden. Der Vorteil für mich: 300MB pro Monat und unbegrenzte Kapazität für länger ist zwar auch schon sehr anständig, aber jetzt kann ich erstens unbegrenzt pro Monat hochladen, zweitens sehe ich alle Bilder und nicht nur die letzten 200. Der Vorteil für Euch: Ihr könnt wenn Ihr das wollt meine Bilder jetzt in Originalgröße herunterladen – das ist vor allem dann zu empfehlen wenn Ihr davon Abzüge machen lassen wollt.

Hier nun ein erstes Bild von heute abend, welches ich auf meinen nun “Pro” Account hochgeladen habe:

Stillleben mit Tasse, 50mm f1.8 1/13 Sekunde bei ISO 400, handgehalten

Dieses und auch ältere Bilder könnt Ihr also – sofern ich sie so hochgeladen hatte – in voller Auflösung herunterladen, im vorliegenden Beispiel hier und sonst wenn Ihr Euch mit dem Vergrößerungsglas und dann mit “View all sizes” alle verfügbaren Größen anzeigen laßt.

Ich bin im Übrigen dazu übergegangen zusätzlich zu RawTherapee die Original-Olympus-Software zu benutzen, Olympus Viewer 2 genannt. Dies ist die einzige mir bekannte Möglichkeit, quasi auf Knopfdruck und ohne große Fummelei die berühmten Olympus Farben auch aus einem Raw-File zu bekommen. Der Nachteil? Nun, genau wie zum Beispiel Adobes Programme Lightroom oder Photoshop gibt’s sowas außer für PCs (also Windows, was sie immer meinen wenn sie “PC” sagen) höchstens noch für Macs. Linux? Fehlanzeige.

Ich habe also Windows installiert? Richtig. Auf meinem PC? Wo denkt Ihr hin? Auf die vormalige Sun und jetzige Oracle VirtualBox. Läuft prima, startet und vor allem beendet sich auch superschnell wenn man wie ich nichts sonst damit macht und also keine Zwangsbremsen wie Virenscanner und das ganze Geraffel braucht. Da ich mit Windows erstens nicht ins Internet will und das Ganze ohnehin von einer umgebenden Linux-Installation geschützt ist brauch ich mir über sowas Gottseidank nun wirklich keine Gedanken zu machen.

Meine Arbeitsschritte sehen nun also so aus, daß ich bei Bildern für die sich das lohnt die Rohdateien aus meinem Linux- in ein Transfer-Verzeichnis kopiere, dann Windows starte und sie mit dem Olympus Viewer 2 zu einem TIFF verarbeite. Dann wird Windows auch schon wieder beendet, und wenn ich anschließend in RawTherapee das TIFF lade, hab ich was ich wollte – die berühmten Olympus-Farben. Die weitere Nachbearbeitung wie zum Beispiel eine leichte Schärfung mit dem iterativen RL Deconvolution Prozeß erfolgt dann in RawTherapee; sowas kann die Olympus Software leider nicht. Zu guter Letzt wird das fertige Bild als übliches 8 Bit JPG gespeichert, und wenn ich das dann nochmal zum Beispiel für Webseiten verkleinern will, dann nehm ich dafür den guten alten Gimp. Einer der besten weil kinderleicht zu bedienenden Exif-Editoren steckt übrigens in DigiKam, welches zum KDE Desktop gehört. Auf Kommandozeile geht das auch mit dem Exiftool.

Zu den Nachrichten:

Wer sich für den Gegenwert einer Mittelklasselimousine ein digitales Kamerarückteil anschaffen möchte: ja, es gibt sowas, modulare Mittelformat Kameras, und Phase One bietet ab sofort 80 Megapixel an. Zu den ungefähr 45.000 Euro für dieses Rückteil kommt natürlich noch der Kamerabody selbst, hier habt Ihr die Auswahl zwischen Phase One, Mamiya, Hasselblad und noch einigen anderen, und natürlich braucht Ihr auch mindestens ein Objektiv wenn Ihr plant mit so etwas Bilder zu machen. Solche Summen sind keine Kleinigkeit, aber für den der’s braucht ist das das Beste was zur Zeit auf dem Markt ist.

Sony wird hingegen demnächst wohl bei den gängigeren APS-C-Sensoren (zwischen dem Olympus FourThirds und dem Kleinbild-/Vollformat angesiedelt und wahrscheinlich auch in Euren Kameras vorhanden) hochrüsten – man munkelt von 24 oder mehr Megapixeln.

Wer braucht sowas, oder sogar die oben genannten 80 Megapixel? Landschaftsphotographen mit entsprechend guten und hochauflösenden Objektiven von Carl Zeiss oder Schneider Kreuznach zum Beispiel. Oder Studiophotographen. Der Rest von uns ist mit 10-12MP (Olympus, Nikon), 16MP (Pentax, Nikon, Sony) oder 18MP (Canon) mehr als gut bedient.

Die Canon 60D wurde vom britischen “Amateur Photographer” gerade zum Produkt des Jahres gekürt.

Es tut gut, Englisch zu hören. Britisches Englisch natürlich. Kai von DigitalRev kann das ziemlich perfekt, und er spricht dabei in seinem Video Review über die neue Olympus E-PL2.

So viel zur Hardware. Ansonsten hat der bekannte Landschaftsphotograph David Clapp gerade wieder einen Blogeintrag verfaßt, in dem er drei neue Bilder von den äußeren Hebriden zeigt, und “Strobist” David Hobby und “Grandmaster Flash” Joe McNally werden zusammen auf USA-Tournee gehen. Falls Ihr also gerade dort seid und von Könnern unterrichtet werden möchtet – bitteschön. Was David Clapp angeht: Bilder von wirklichen Künstlern erkennt man, sobald man sie sieht…

Danke schön fürs Lesen und Anschauen.

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8 Responses to Flickr Pro, Olympus Farben, Nachrichten etc.

  1. dogwatcher says:

    Interessant… Einer der wenigen, die auch unter Linux versuchen einen brauchbaren Foto-Workflow zu entwickeln….

    Hab ich ja eigentlich auch gemacht.. oder mache es noch. So sicher bin ich mir da nicht. Die Masse meiner Fotos wurde bisher unter Linux “behandelt”. Mittlerweile bin ich aber auf Lightroom unter Windows umgestiegen.. Naja, sagen wir so, manche Tage habe ich einen Windows-Workflow, manchmal einen Linux Workflow mit den dort verfügbaren Tools.. aber ich glaube, das reicht für einen eigenen Blog-Beitrag um das Thema mal zu behandeln.

    Kommst du bei der VirtualBox Lösung eigentlich was Farbtreue angeht klar? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ausgabe vom Olympus Programm innerhalb von VirtualBox dann noch profiliert erfolgt, oder? Ist zumindest ein potentieller Schwachpunkt, den ich vermuten würde….

    Bis demnächst!

    • wjl says:

      Hi Oliver,

      danke zunächst für Dein Feedback. Ja, das Thema Linux ist sicher einen Blogbeitrag wert.

      Ob die Farben innerhalb der VirtualBox auf dem Bildschirm stimmen ist für mich eher uninteressant, da ich daran genau nichts ändere. Das Ergebnis (TIFF-File, aber leider nur in 8 Bit) zeigt jedenfalls absolut die gleichen Farben die auch das in-camera-jpg hat, also benutzt Olympus in ihrem Viewer 2 und in den Kameras wahrscheinlich eine identische Engine.

      Hinterher in RawTherapee schau ich dann höchstens noch nach “Blinkies”, also über- oder unterbelichteten Bereichen, aber auch das hat der Olympus Viewer meist schon optimal angepaßt. Was bleibt ist die Schärfung mittels RL Deconvolution, sowas gibt’s zwar in Lightroom, aber das war mir bisher zu teuer. Außerdem steh ich auf Open Source und freie Software…

      Interessanten Blog hast Du da, den werd ich garantiert wieder besuchen.

      Bis dahin…

  2. efix says:

    24 MP auf einem APS-C-Sensor? Völliger Schwachsinn! Warum? Weil die förderliche Blende dann noch weiter runtersinkt, und man wohl schon ab f/8 mit Diffraktion rechnen darf. Kit-Zooms, die meist eine Anfangsblende von 3.5-5.6, werden damit dann nie richtig scharf, da man sie für optimale Schärfe i.d.R um mindestens eine Stufe abblenden muss. Mann wird also mit einem solchen Sensor nur mit absolut hochwertigen Optiken, die unterhalb von Blende 8 gestochen scharf zeichnen, die volle Auflösung nutzen können. Also sowas wie manuelle Zeiss-Optiken. Wer sich aber so eine anschafft, der wird sie wohl eher an Vollformat nutzen wollen …

    Aber was rede ich mir den Mund fusselig, gekauft werden die Kameras nachher ja doch …

  3. Al says:

    Hallo Wolfgang,

    nachdem ich dich auf Flickr entdeckt habe, schau ich mir dein Blog nun mal an. Interessant für mich, da ich vor kurzem endgültig auf Linux Mint 12 umgestiegen bin. Ich kämpfe seitdem mit das Thema Workflow unter Linux. Habe schon ein paar wertvolle Tipps von dir bekommen.

    Jetzt wirt es noch interessanter, da ich mir gerade das Micro four-thirds system von Olympus anschaffen möchte. Da ist das Thema RAW natürlich auch hoch auf der Liste der To-Do’s.

    Welche Olympus benutzt du? Ich habe das PEN E-PL3 schon in die engere Vorwahl.

    Schöne Grüße

    Al

    • wjl says:

      Hallo Al,

      für die Raw-Bearbeitung benutze ich meist die Olympus Viewer 2 Software in einer virtuellen Windows 7 Maschine (unter einer kleinen Oracle (früher Sun) VirtualBox). Um dies zu vermeiden hatte ich auch Corel’s AfterShotPro (früher Bibble Pro) gekauft, welches nativ und in 64 Bit unter Debian läuft. Mit dem OV2 oder mit ASP konvertiere ich die Olympus .orf zu .tif files und behalte so die typischen Olympus Farben, wenn ich das will.

      Anschließend benutze ich RawTherapee, weil das die mit Abstand besten Möglichkeiten bietet die Kurven nachzubearbeiten. Und der RL Deconvolution Schärfungsalgorithmus ist der beste den ich je erlebt habe.

      Ich benutze wie meine Frau Mitchie eine E-PL1 (und ich auch noch eine E-520 und eine OM-2N). Die E-PL3 ist aber viel besser, weil sie schneller scharf stellen kann; außerdem hat sie glaube ich sogar ein Klappdisplay, welches man sehr gut für unauffällige Straßenfotografie benutzen kann. Heute würde ich also die kaufen, oder gleich eine E-M5.

      Ich hoffe das hilft erst einmal – aber wenn Du weitere Fragen hast: gerne!

      Gruß,
      Wolfgang

      • Al says:

        Hi Wolfgang,

        Danke für deine Antwort! Ich habe momentan noch ein Dual-Boot mit WinXP am Rechner (bin ja ein Noob was Linux angeht). Werde also so versuchen die RAWs von der Olympus entweder mit der Oly-Software oder aber Lightroom in Win zu bearbeiten (als erstes). Es sind gerade die Olympus Farben, die ich haben will. Ich habe mir übrigens eine gebrauchte E-PL1 jetzt gekauft, weil mein Büdget für die PL3 leider noch nicht ausreicht.

        Ich habe übrigens auch die Trip 35 und fotographiere regelmäßig 35mm Film damit – eine wirklich tolle kleine Kamera.

        Ich habe bisher immer die Unsharp Mask Option zum Shärfen verwendet. SOllte mal die andere Option mal ausprobieren.

        Danke für deine Antwort und bis die Tage…

        Al

        • wjl says:

          Hi Al,

          gratuliere – die E-PL1 ist eine tolle Kamera. Meine Frau Mitchie und ich sind jedenfalls sehr zufrieden damit, und sogar das Kit-Zoom finde ich klasse.

          Übrigens ist die Trip 35 (RC 35?) auch toll, die hatte ich in Mainz mal kurz in der Hand. Und wie man auf Flickr sieht kann man damit sehr schöne Fotos machen.

          Und ja, RL Deconvolution lohnt sich – nur übertreiben darf man das nicht, am besten immer bei 100% einstellen. Wenn’s Farbsäume gibt war’s zuviel ;-)

          Gruß,
          Wolfgang

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